• “What is Karate? 

It is the art we exercise mind and body for health promotion in daily life, but in case of emergency, it is the art of self-defence without any weapons.”
Chojun Miyagi, 1936 

  • („Was ist Karate?)

(Es ist die Kunst, Geist und Körper zur Gesundheitsförderung im täglichen Leben zu trainieren, aber im Notfall ist es die Kunst der Selbstverteidigung ohne Waffen.“)

 

Karate 

(leere Hand, früher China Hand) 

Entwickelte sich in Okinawa und war ursprünglich ein ziviles Verteidigungssystem meist waffenlos aber auch mit Waffen (heute Kobudo). 

Mit der Verbreitung nach Japan und von dort in die ganze Welt wurde es hauptsächlich als Sport bzw. Wettkampfsport bekannt. 

Abgesehen von den Karatestilen gibt es heutzutage viele Karaterichtungen und es werden je nach Verband oder Verein verschiedene Schwerpunkte im Training gesetzt. 

 

Überblick der Entwicklung des Karate 

 

1. Te - Tode 

Geburtsort des Karate ist Okinawa, beziehungsweise das damalige Königreich Ryu Kyu. 

Ende des 14. Jahrhunderts ließen sich auf Wunsch des Königs "36" Familien aus Fujian/China in Kume Village (Naha) nieder um die Wirtschaft zu unterstützen. Fujian war und ist wohl immer noch Zentrum des südlichen Kung-Fu. Daher waren offenbar auch Kung-Fu Praktizierende unter diesen Abgesandten. Durch den Austausch mit lokalen Meistern und deren Aufenthalten in China, vermischten sich die lokalen Kampfkünste von Okinawa mit zum Beispiel dem White Crane Kung-Fu und dem Incense Shop Boxing. Es entwickelte  sich, eventuell auch begünstigt durch das vom König erlassene Verbot (1507) des privaten Waffenbesitz ein ziviles, waffenlose Selbstverteidigungssystem genannt Te (Hand) bzw. Tou-di, Tode, Tote (verschiedene Schreibweisen für China Hand) 

2. Koryu Karate (Ko=alt ryu=school) 

Karate in Okinawa wurde und wird vorwiegend in kleinen Gruppen meisten beim Meister im Hause oder Garten trainiert. 

Selbstverteidigung war das primäre Ziel des Trainings. Es wurden die Techniken mit und am Partner, sowie das Solotraining (Kata) sowie Hojo Undo (Kraft-und Abhärtungstraining) praktiziert. 

 

3. Von China Hand zu Leere Hand 

Die Bedeutung der ursprünglichen Schreibweise von Kara-te bedeutete China-Hand (und verwies damit auf den Schwerpunkt der Herkunft der Kampfart). Das Schriftzeichen für Kara in der Bedeutung „leer“wurde erstmals von Hanashiro Chomo (1869-1945) in seiner 1905 erschienenen Publikation mit dem Titel "Karate Kumite" verwendet. So wurde durch die Schreibweise diese Kunst der Selbstverteidigung charakterisiert, bei der man nichts weiter als seine "leeren" Hände benutzt.
 Die neue Vorsilbe "kara" -leer, umfasste auf einer tieferen Ebene auch die alte buddhistische Lehre über die spirituelle Emanzipation und die Welt im Innern. 

Während der neue Begriff Karate-do unter Verwendung der beiden neuartigen Ideogramme (Kara & Do) in Okinawa erst 1936 offiziell anerkannt wurde, ratifizierte der Dai Nippon Butokukai ihn im Dezember 1933. 

 

4. "Traditionelles" Karate/(entstanden nach dem 2. Weltkrieg) 

Um auf dem japanischen Festland als Budo-Kunst vom wichtigen Dai Nippon Butokai anerkannt zu werden, musste der Lehrplan (wie beim Judo und Kendo) standardisiert werden. Hier leistete Funakoshi Gichin Pionierarbeit. Da es Würfe, Gelenkhebel und Strangulationen etc. jedoch schon im Judo gab, und er nicht mit seinem Förderer Kano (Judo-Gründer) in Konflikt geraten wollte, wurde   in den offiziellen Karate-Lehrplan der Schwerpunkt Tritt- und Schlagtechniken aufgenommen. 

Funakoshi folgte auch früh seinem Vorbild Kano mit der der Einführung der Nachsilbe "do"(Weg) als Zusatz zum Namen „Karate“. Damit sollte der Wert der Kampf-„Kunst“ für Menschen auch in modernen Gesellschaften dokumentiert werden was sich bereits beim Judo bewährt hatte. 

Die weltweite Verbreitung begann mit Gründung von Verbänden, zum Beispiel der JKA 1949 (Japan Karate Association). 1956 wurden die ersten Wettkämpfe ausgetragen und das Wachstum der JKA ermöglichte schließlich die weltweite Entsendung von Trainern aus dem JKA Instruktorenprogamm. 

  

5. Karate heute 

Karate“ ist heute so vielseitig und damit unterschiedlich wie Leichtathletik oder Motorsport. Kugelstoßer trainieren andere Dinge wie Läufer, und ein Dragster-Rennen ist etwas völlig anderes wie die Ralley Paris-Dakar. 

- Traditionelles Karate 

 Entstehung, siehe oben. Der Schwerpunkt liegt je nach Verein auf Wettkampf oder Prüfungsprogramm, hintergründig auch auf der Geistesschulung („Do“), auch wenn dafür weder Lehr- oder Prüfungskriterien bestehen. 

- Sportkarate (WKF) 

Fokussierung auf den sportlichen Wettkampf. 

- Praktisches Karate 

Eine Bewegung, die ihren Ursprung in der „Reality-Revolution“ in Großbritannien hat. In den 1990er Jahren erkannten viele Karateka (und Kampfsportler aus anderen Kampfsportarten), dass sich ihre „Kunst“ durch Wettkampfregeln und die dadurch beeinflussten Trainingsformen weit von den Ursprüngen entfernt hatte. Die Techniken funktionieren „in einem echten Kampf“ nicht mehr. Die Bewertungskriterien guter Techniken sind künstlich („schön“ oder dem Bewegungsvorbild von Meister X folgend).  Auf dieser Erkenntnis aufbauend werden die Techniken aus den Karate-Kata gegen nicht-Karate-übliche Angriffe geübt. Ergänzt wird dies durch moderne Trainingsmethoden wie z.B. Pratzentraining (hart schlagen lernt man durch Dinge hart zu schlagen) und andere Trainingsformen, die einen verletzungsarmen Aufbau der Sportlerin ermöglichen. 

Praktisches Karate im weiteren Sinn zieht jedoch keine Grenze zum Wettkampf und der Kampfkunst: wichtig ist, dass wir stets den Kontext, in dem wir uns befinden bewusst in den Mittelpunkt stellen. So kann Wettkampf-Karate, das sich auf den Kontext „Wettkampferfolg“ konzentriert durchaus praktisch genannt werden (spektakuläre Effekte und atemberaubende „Partneranwendungen“, blitzschnelle Zweikampftechniken, die zum Punkt führen, aber nicht notwendigerweise „KO-Potential“ besitzen müssen). Auch Kampfkunst („DO“) kann praktisch sein, wenn die Praktizierenden systematisch zu einer geistigen Reife geführt werden. 

 

 

  • Was bedeutet Kata? 

 

"Wie Lehrbücher für einen Schüler oder taktische Übungen für einen Soldaten sind Kata das wichtigste Element des Karate."

- Funakoshi Gichin-

 

KATA ist ein Name für festgelegte Trainingsrituale, die einen Lehrplan des Karate enthalten. Das Konzept der Verwendung von vorbereiteten Trainingsritualen zur Erhaltung und Weitergabe von Kampfwissen ist so alt wie die Zivilisation und findet sich in allen Kampfstilen wieder. Somit sind die Kata Aufzeichnung und Trainingsmethode ohne Partner eines (oft kompletten) Selbstverteidigungssystems. Prinzipien, Techniken und Strategien konnten so ohne schriftliche Aufzeichnungen weitergegeben und geübt . z.B. Tekki Shodan/Naihanchi Shodan oder die Serie Heian/Pinan 1-5.

Im ursprünglichem Karate wurde die Kata sowie deren jeweiligen Anwenden mit Partner trainiert, zusätzlich funktionelles Kratfttraining und Abhärtung (Hojo Undo) sowie Flexibiltät (Junbi Undo). Das Training war damit katabasierend und nicht getrennt in Kihon, Kumite und Kata wie im modernen (3K Karate).  Viele praktisch orientierte Dojos greifen heute teilweise wieder auf diese ursprüngliche Trainingsgestaltung zurück.

 

Solo Katatraining hat folgenden Zweck:

1. Sie bewahren und organisieren Information (Techniken und Taktiken) für Dritte.

 2. Sie ermöglichen das Training ohne Partner bzw. das Training mit Partner zu unterstützen.

3. Sie helfen neuromuskuläre Reaktionen zu entwickeln, die in der Selbstverteidigung eingesetzt werden können.